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Die Ringelnatter - Tier des Jahres 2015 von Pro Natura

Die karch freut sich über die Wahl der Ringelnatter (Natrix natrix) zum Tier des Jahres 2015 durch Pro Natura. Zwar ist die Ringelnatter nach wie vor die am weitesten verbreitete Schlangenart der Schweiz, aber gerade diese anpassungsfähige und in der Natur- und Kulturlandschaft eigentlich allgegenwärtige Art hat in den letzten Jahrzehnten grosse Areal- und Bestandeseinbussen erlitten. Sie leidet hauptsächlich – wie viele andere Arten auch – unter dem Verlust ausreichend grosser, hochwertiger Feuchtgebiete sowie naturnahen Fliess- und Stillgewässer. Die Ringelnatter gehört heute zu den gefährdeten Reptilienarten der Schweiz.
 
Das Areal der Ringelnatter umfasst hauptsächlich das Mittelland, die großen Flusstäler der Alpennordflanke sowie die Alpensüdflanke. Sporadisch ist die Ringelnatter in geeigneten Höhenlagen aber praktisch in der ganzen Schweiz auch an gewässerfernen Standorten anzutreffen. Kleinere Verbreitungslücken bestehen nur in den nördlichen Voralpen. Während die Nominatform Natrix natrix natrix ein kleines Gebiet in der Nordostschweiz besiedelt, ist die Barrenringelnatter Natrix natrix helvetica im restlichen Land verbreitet. Die Ringelnatter wurde vereinzelt bis in eine Höhe von über 2000 m ü. M. beobachtet. Im Mittelland bewohnt sie gewässernahe Lebensräume und Feuchtgebiete aller Art, in den Alpen und im Jura zusätzlich strukturreiche Weiden und Wiesen sowie Blockhalden. 
 
Die großen Bestandsrückgänge der Ringelnatter im Tiefland dürften mit den umfangreichen Gewässerkorrekturen Ende des 19. Jahrhunderts eingeläutet worden sein. Weitere, kleinere Gewässerkorrekturen, die Trockenlegung von Feuchtgebieten, Flurbereinigungen, der Verlust an Kleinstrukturen auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die Zersiedlung der Landschaft und der dramatische Rückgang der Amphibienbestände – die Hauptnahrung der Ringelnatter – haben weiter zum Zerfall der Bestände beigetragen. Zwischen 1890 und 1950 verschwanden beinahe 90% der Feuchtgebiete im Mittelland. Zudem sind viele Fliessgewässer bis heute eingedohlt, oder sie sind anderweitig beeinträchtig. Nur gerade 4.9% der alpinen Fliessgewässer beispielsweise befinden sich noch in einem quasi-natürlichen Zustand. Zahlreiche Uferbereiche von grösseren und kleineren Seen sind verbaut oder unterliegen intensiven Störungen durch den Freitzeitbetrieb.
 
 Geeignete Eiablageplätze scheinen für die Ringelnatter besonders wichtig zu sein. Sie dürften vielerorts eine limitierende Ressource für die Schlangen darstellen. Wer gezielt Eiablageplätze für die Ringelnatter erstellen und bewirtschaften, oder wer sich anderweitig für diese schöne Schlangenart einsetzen möchte, findet auf der Website der karch die entsprechenden Merkblätter und Hilfestellungen.