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Was kann ich tun, wenn ich viele Molche im Gartenweiher habe ?

Immer wieder gelangen Besitzer und Besitzerinnen von Gartenweihern mit der Frage an uns: «Was kann ich gegen zu viele Molche im Gartenweiher tun?». Die Gegenfragen lauten: «Wann sind es zu viele?» und «Für wen hat es zu viele Molche?». Im Anschluss daran lautet die Antwort meistens «Für die Grasfrösche. Es hat so viele Molche, dass diese in kurzer Zeit alle Eier aus den Laichballen der Grasfrösche fressen.» Dieses gut beobachtete Phänomen ist Bestandteil eines natürlichen Vorganges. Fressen und gefressen werden ist ein Grundprinzip der  Natur, ebenfalls wie die Zunahme einer Population bei reichem Nahrungsangebot.

Gartenteiche haben meist eine beschränkte Ausdehnung. Offensichtlich entspricht dieser Typ von Gewässer genau den Bedürfnissen und Ansprüchen der Bergmolche. Wesentlich ist zudem, dass die Molche nur eine beschränkte Zeit im Gewässer verweilen. Die meiste Zeit verbringen die Tiere an Land in nächster Nähe der Gewässer. Viele wandern nicht weiter als 50–100 m von den Gewässern weg. Ein etwas wilder, naturnah gestalteter Garten stellt einen sehr guten Lebensraum für Bergmolche dar. Je nach Lebensraumtyp werden andere Arten begünstigt. Die Vermutung liegt nahe, dass Naturgärten besonders die Bergmolche fördern, z.B. Waldweiher dagegen eher die Grasfrösche.

  

Männlicher Bergmolch ( Ichthyosaura alpestris ) ,  © Kurt Grossenbacher

Treffen sich die adulten Molche im Frühjahr in den kleinen Gewässern kann dies zu enormen Dichten führen, die aber durchaus noch im Bereich des Normalen liegen. Insbesondere in Kleinstgewässern sind schon über 100 Bergmolche pro Quadratmeter beobachtet worden. Ist die Dichte wirklich zu hoch, so wird sich der Bestand in den Folgejahren durch den zunehmenden Konkurrenzdruck selber regulieren. Da sich sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch die Larven von Kleinstlebewesen ernähren, wird durch das limitierte Nahrungsangebot die Population in ihrem Bestand beschränkt. Der Umstand, dass Bergmolche auch Larven der eigenen Art fressen, trägt ebenfalls zu einer natürlichen Bestandsregulierung bei. «Zu viele Molche» sind deshalb nicht möglich. Leider wissen wir nur wenig darüber, wie hohe Dichten bei Amphibien unter günstigen Bedingungen möglich sind und früher üblich waren.

Die Grasfrösche scheinen in typischen Gartenweihern effektiv weniger konkurrenzstark zu sein als die Bergmolche. Unter Umständen verhindern an einigen Orten die Bergmolche das Aufkommen von grossen Grasfroschpopulationen. Meist kommen trotzdem unbemerkt einige Grasfroschlarven auf, werden doch jedes Jahr wieder neue Laichballen beobachtet. In natürlichen, grösseren und z. B. waldnahen Weihern scheint der Einfluss der Bergmolche auf die Grasfrösche geringer zu sein. Nicht selten finden sich dort jedes Jahr Hunderte von Laichballen ohne eine ersichtliche Bestandesreduktion durch die Bergmolche.


Soll oder kann man regulierend gegen die grossen Molchbestände eingreifen?

Wir finden nein, da es sich um eine natürliche Situation handelt. Ein Abfangen der Bergmolche hat den Effekt, dass die natürlichen Vorgänge der Bestandes-regulation verhindert werden.

Dann gibt es natürlich auch die juristischen und naturschützerischen Aspekte: Bergmolche sind ebenso geschützt wie Grasfrösche und sind ebenfalls vom den massiven Verlusten der Feuchtgebiete anfangs letztes Jahrhundert betroffen. Für diese geschützte Tierart kompensierte in den letzten 20 Jahren vielleicht gerade der Gartenweiher-Boom den immer noch fortschreitenden Lebensraumverlust.

Durch die eher kleinen Wanderdistanzen der Molche kommt es wohl auch zu geringeren Verkehrsmassakren auf den Quartierstrassen als beim wanderfreudigen Grasfrosch.

Will man trotzdem etwas zu Gunsten der Grasfrösche tun, raten wir, den Grasfroschlaich separat zu hältern, bis die Larven geschlüpft sind. Die Larven können sich dann aktiv vor ihren Fressfeinden verstecken. Die Eier sind in einem Gefäss mit genügend Wasser bis zum Schlupfzeitpunkt in den Schatten zu stellen und anschiessend wieder im selben Weiher auszubringen.

 

Unsere Molche

ical ╕ AM.JPG (Bergmolch / Triton alpestre / Tritone alpino)
Triton alpestre
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lihe 2 ╕ AM.jpg (Fadenmolch / Triton palmé / Tritone palmato)
Triton palmé
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trcr ╕ AM.jpg (Nördlicher Kammmolch / Triton crêté / Tritone crestato)
Tritons crêtés
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livu 2 ╕ AM.jpg (Teichmolch / Triton lobé / Tritone punteggiato)
Triton lobé
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