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![]() Erdkröte unter Autoreifen |
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![]() Arcegno |
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Die Amphibien-Rettungsaktionen Seit mehr als 25 Jahren werden in der Schweiz an diversen Stellen Rettungsaktionen durchgeführt. Mitte Februar werden an den betroffenen Strassenabschnitten provisorische Zäune aufgestellt und Fangkübel vergraben. Freiwillige Helferinnen und Helfer tragen nach Einsetzen der Wanderungen nach der Abenddämmerung die gefangenen Tiere über die Strasse. Abhängig vom Witterungsverlauf im Frühjahr werden diese Stellen mehrere Wochen lang betreut. An einigen Stellen sind fixe Amphibienunterführungen gebaut worden, damit die Tiere ohne auf-wendige Betreuung selbständig und gefahrlos die Strasse unterqueren können. Es hat sich leider gezeigt, dass viele dieser bautechnisch sanierten Stellen ungenügend funktionieren. Der Bau solcher Anlagen bedarf einer gründlichen Planung von einer Fachperson und setzt gute Kenntnisse über die lokalen Populationen voraus. Da solche Anlagen viel kosten und die Geländestrukturen oft ungünstig sind, lassen sie sich nicht an jeder Zugstelle realisieren. Zahlreiche Stellen sind also nach wie vor auf Rettungsaktionen mit temporären Zäunen angewiesen. Der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) sind im Moment in der ganzen Schweiz rund 1000 Strassenabschnitte bekannt, über welche Amphibienwanderrouten führen. Einige davon weisen fixe Unterführungen auf, die meisten werden von freiwilligen Helferinnen und Helfern betreut. Leider werden bei einigen immer noch gar keine Massnahmen ergriffen. Rund 50 Helfergruppen übermittelnder karch regelmässig ihre Fang-statistiken. Allein von diesen werden jedes Jahr über 120'000 Amphibien über die Strasse getragen und somit gerettet! Allen Helfern und Helferinnen sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt! |
![]() Leuschelz |
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Die wichtigsten Amphibien-Arten und ihre Wanderungen Erdkröte (Bufo bufo) Insgesamt dürften sie vom Verkehrstod am stärksten betroffen sein. In der Schweiz gibt es mehrere Stellen mit 5000 - 8000 Tieren, die im Frühjahr massiert vom Winterquartier ans Laichgewässer wandern. Die Wanderung läuft im Mittelland im Zeitraum von Mitte Februar bis Ende April und an nicht zu kalten Abenden ab. Grosse Erdkröten-Wanderungen nach 19 00 Uhr treten ein: - bei Regen bei einer Lufttemperatur ab 6° - ohne Regen bei einer Lufttemperatur ab 12°. 95% aller Zugnächte fallen im Mittelland zwischen die Zeit vom 14. März und 18. April (Mittel: 27. März). Sie wandern sehr langsam und nehmen auf der Strasse im Scheinwerfer-licht häufig eine Schreckstellung ein. So benötigen sie zum Überqueren einer 7 Meter breiten Strasse nicht selten 15 - 20 Minuten. Sicher wandern Erdkröten bis 3 km weit, ev. 5-10 km. Grasfrosch (Rana temporaria) Sie wandern etwas schneller als die Erdkröte, weshalb ein kleinerer Teil auf dem Zug überfahren wird. Auch hier existieren Stellen mit mehreren Tausend wandernden Tieren. Grosse Grasfrosch-Wanderungen nach 19.00 Uhr setzen ein: - bei Regen bei einer Lufttemperatur ab 4° - ohne Regen bei einer Lufttemperatur ab 10°. 95% aller Zugnächte im Frühling fallen im Mittelland zwischen die Zeit vom 20. Februar und 3. April (Mittel: 13. März). Molche (Mesotriton alpestris, Lissotriton helveticus, Tritus carnifex, Tritus cristatus) Molchwanderungen sind schlecht erforscht. Grössere Kammmolch- Wanderungen sind nicht bekannt, was aber auch mit dem allgemeinen, starken Rückgang der Art zusammenhängt. Teich-, Faden- und Bergmolche wandern über grössere Strecken und werden oft zu Hunderten beobachtet. Sie sind nicht auffällig und werden von den Motorfahrzeuglenkern und Motorfahrzeuglenkerinnen kaum bemerkt. Sie vermögen Hindernisse wie Fangzäune aus Plastik, Kessel und Mäuerchen zum Teil zu überklettern, so dass sie von den Fangtrupps fast nie vollständig erfasst werden können. Die Frühjahrswanderung verläuft im März bis April, die Rückwanderung vom Laichgewässer ins Sommerquartier von Ende Mai bis September. |
![]() wanderndes Grasfroschpaar |
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Tips für Helfer/innen-Gruppen Aus personellen Gründen ist es der karch leider nicht möglich Helfer- gruppen für die nicht betreuten Stellen zu organisieren. Wir können Ihnen aber beratend behilflich sein. In der bei der karch erhältlichen Broschüre "Amphibien und Verkehr I" finden Sie ausführliche Informationen zum Thema. (auf der karch-site unter: literatur / kleinere Publikationen zu bestellen) Im Folgenden noch einige praktischen Hinweise für das Errichten temporärer Fangzäune: Organisation: Beginnen Sie damit rechtzeitig. Je nach Witterung und Höhenlage der zugstelle sollten die Zäune Mitte bis Ende Februar errichtet werden. Informieren Sie vor Beginn einer Aktion die Gemeinde und die Landbesitzer. Helfergruppe: Es ist vorteilhaft, wenn die Helfer/Helferinnen aus der unmittelbaren Umgebung stammen, damit sie bei lokal günstigen Wetterbedingungen kurzfristig reagieren können. Freiwillige finden sich meistens in lokalen Amphibien-, Natur- oder Vogelschutzvereinen. Zum Teil können auch Lehrkräfte mit Schul- klassen für solche Aktionen gewonnen werden (nur geeignet bei über- sichtlichen Strassen und älteren Schülern/Schülerinnen). Montage der Fangzäune: Holen Sie zuerst bei der Gemeinde und den Landbesitzern eine Einwilligung ein. Sorgfältig aufgestellte Zäune erleichtern die Arbeit in den kommenden Nächten. Allenfalls können kleine Handpflugmaschinen oder Fräsen für Beton- beläge (Gemeinde / Landwirtschaftliche Genossenschaften / Baugeschäfte) beim Errichten der Zäune hilfreich eingesetzt werden. In einigen Gemeinden werden die Zäune nach Absprache von den zuständigen Stellen für den Strassenunterhalt (Wegmeister, Gemein- demitarbeiter) aufgestellt. Finanzierung der Zäune: Das Material (z.B. Bauplastik, Armierungseisen als Halterung, Farb- kübel) wird oft von ansässigen Unternehmen, Landwirtschaftlichen Genossenschaften, Gemeinden, regionalen Naturschutzvereinen, Schulen oder Privatpersonen gespendet. Im Handel erhältliche Zaunsysteme werden in der Regel von der Gemeinde, Tierschutz-, und Naturschutzvereinen z. T. gemeinsam getragen. Fangstatistik: Für künftige Planungen ist es sinnvoll die Tiere, die über die Strasse getragen worden sind, zu zählen. Hierfür können bei der KARCH vorgefertigte Protokollblätter für die gerettete Amphibien bezogen werden. Teilen Sie uns bitte Ihre Fangzahlen und den Ort der Zugstelle mit. vergl: (Verschiedene Zaunmaterialien bei provisorischen Massnahmen) sowie Kap.5.5 der obengenannten Publikation: "Provisorische Massnahmen mit Installationen" |
![]() Maibachzaun mit Kessel |
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Protokollblätter für die gerettete Amphibien Es empfiehlt sich die Anzahl gesammelten Amphibien aufzuschreiben. Damit können Vergleiche von einem Jahr zum andern hergestellt werden: (Protokollblatt für Sammeldaten an Zugstellen) (Sammelblatt 1 zu Protokollblatt für Sammeldaten an Zugstellen) (Sammelblatt 2 zu Protokollblatt für Sammeldaten an Zugstellen) Mit nummerierten Fanggefässen und einer Skizze kann z.B. die Lage des Zaunes optimiert werden und auf die Hauptwanderachse beschränkt werden oder die Zahlen liefern die Grundlagen bei einer seriösen Planung von festen Unterführungen. Zumindest qualitativ sollte auch der Fortpflanzungserfolg im Gewässer beobachtet werden: Gibt es Eier? Schlüpfen aus den Eiern Larven und entwickeln sich diese zu Jungtieren? Falls sich längerfristig eine Veränderung der Fangzahlen abzeichnet, sind diese Angaben zur Abklärung der Ursachen unerlässlich. Meldungen von Zugstellen Wir interessieren uns für Angaben über alle Zugstellen in der Schweiz. Bitte informieren Sie uns über Ihnen bekannte Zugstellen: (Meldeblätter für Amphibien-Zugstellen) (Meldeblätter für Amphibien-Zugstellen mit einer Rettungsaktion) (Meldeblätter für Amphibien-Zugstellen mit fixen Anlagen) Auch feste Anlagen brauchen eine Betreuung: (Empfehlungen für Erfolgskontrollen bei festen Installationen) |
![]() Magdenau |
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